Denkmäler · Petronell-Carnuntum

Heidentor

Wahrzeichen von Carnuntum

Heidentor
C.Stadler/Bwag CC BY-SA 3.0

Das Heidentor bei Petronell-Carnuntum war ursprünglich ein Vierpfeilerbau mit vier Durchgängen, ein sogenannter Quadrifrons, errichtet vermutlich unter Kaiser Constantius II. in der Mitte des 4. Jahrhunderts. Heute stehen davon noch zwei Pfeiler mit einem Bogen. Der Archäologische Park Carnuntum bezeichnet die Ruine als Wahrzeichen der antiken Stadt.

Carnuntum war Hauptstadt der römischen Provinz Oberpannonien; nach Angaben des Archäologischen Parks lebten hier zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert rund 50.000 Menschen. Das Heidentor liegt etwa einen Kilometer südlich der einstigen Zivilstadt.

Wozu das Heidentor diente, ist nicht ganz geklärt. In der Forschung wird es als Triumphalmonument gedeutet, der Archäologische Park nennt daneben eine Deutung als Kennzeichen des Standorts Carnuntum. Ob es als Ausgangspunkt für die Vermessung der Provinz diente, ist ebenfalls nicht gesichert. Auch seine Beziehung zu den Straßen bleibt offen: Die Verbindungen nach Norden und Süden verliefen laut Park etwa 50 bis 100 Meter weiter östlich. Für die Datierung in die Mitte des 4. Jahrhunderts sprechen Fundmünzen und wiederverwendete Weihaltäre.

Seinen Namen verdankt das Bauwerk der Vorstellung, alles Römische sei heidnisch, also nicht christlich. Einst hielt man es sogar für das Grab eines Riesen.

Das Aussehen der beiden westlichen Pfeiler ist von Restaurierungen des frühen 20. Jahrhunderts geprägt. Von den östlichen Pfeilern sind nur Reste erhalten; Einfassungen am Boden zeigen ihre Lage und Größe. Zwischen 1998 und 2001 wurde das Heidentor eingehend untersucht und konserviert. Laut Archäologischem Park gehört es seit 2021 zum UNESCO-Welterbe.

Quellen (5)
Adresse
Heidentoräcker
Denkmalstatus
Denkmalgeschütztes Objekt in Österreich

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