An der Westspitze der Lleyn-Halbinsel liegt Aberdaron, ein ehemaliges Fischerdorf in Gwynedd. Der Ort erstreckt sich in einem kleinen Tal am Zusammenfluss des Afon Daron mit dem Afon Cyll-y-felin, wo sich die Bucht Bae Aberdaron öffnet. Im Westen erhebt sich die Hochebene Uwchmynydd, im Osten die Landzunge Trwyn y Penrhyn. Zwei kleine Inseln, Ynys Gwylan-Fawr und Ynys Gwylan-Fach, schützen die Mündung der Bucht. Die Lleyn-Halbinsel besteht aus hartem Gestein, das einst Teil des Snowdoniamassivs war, und zeigt eine abwechslungsreiche Küstenlinie mit Klippen, Felsnadeln und Heideflächen.
Schon in der Eisenzeit gab es hier eine Wallburg bei Castell Odo, die später zu einer friedlichen Siedlung wurde. Ptolemäus nannte die Halbinsel nach einem irisch-keltischen Stamm. Im Mittelalter diente die Kirche als Zuflucht für verfolgte Fürsten wie Gruffudd ap Cynan und Gruffydd ap Rhys. Später wurde Aberdaron zum letzten Rastplatz für Pilger auf dem Weg zur Insel Bardsey. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden Werften und Bergwerke, die Blei, Jaspis und Mangan exportierten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich der Ort zum Urlaubsziel, dessen Strand 2008 ausgezeichnet wurde.
Die Umgebung ist heute Teil mehrerer Schutzgebiete, darunter die Aberdaron Coast und Bardsey Island. Die Küste gehört zu den größten Meeresschutzgebieten des Vereinigten Königreichs und wurde zur Heritage Coast erklärt. Im Ort selbst prägen die historische Kirche und die Nähe zur wilden Küste das Bild. Die umliegenden Hügel wie Mynydd Rhiw und die vulkanische Hügelkette bei Trwyn Talfarac bieten Wanderwege mit weitem Blick über das Meer.