Belchite liegt in der spanischen Provinz Saragossa, etwa fünfzig Kilometer südöstlich der Stadt Saragossa. Es ist der Hauptort der Comarca Campo de Belchite und liegt in einer flachen Landschaft, die von der fruchtbaren Ebene des Ebro-Tals geprägt ist.
Die Geschichte des Ortes reicht bis ins frühe zwölfte Jahrhundert zurück, als Alfons der Krieger die Bruderschaft von Belchite gründete, um die Grenze zwischen christlichen Gebieten und dem maurischen Al-Andalus zu sichern. Im Spanischen Bürgerkrieg wurde Belchite 1937 zum Schauplatz einer erbitterten Schlacht, in deren Verlauf die Stadt fast vollständig zerstört wurde. Nach dem Krieg ließ Franco den Ort als Prestigeprojekt neu aufbauen, wobei Zwangsarbeiter eingesetzt und ideologische Vorgaben umgesetzt wurden.
Heute besteht Belchite aus zwei Teilen: dem neuen, planmäßig angelegten Ort und den erhaltenen Ruinen der alten Stadt. Die Ruinen gelten als Mahnmal gegen die Schrecken des Krieges und stehen unter Denkmalschutz. Der Ort ist ein Symbol für die Zerstörung und den Wiederaufbau, aber auch für die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.