Biasca liegt im Kanton Tessin am Zusammenfluss von Brenno und Ticino, dort wo das Bleniotal beginnt. Das Dorf erstreckt sich über vier Kilometer entlang des Flusses, umgeben von steilen Bergen wie dem Pizzo Magn und dem Matro. Im Norden grenzt es an die Orte Semione und Malvaglia, im Nordwesten an Pollegio, während sich im Osten das Val Pontirone mit verlassenen Siedlungen wie Pontirone und Fontana erstreckt. Im Süden verengt sich der Talboden, wo die Autobahn und die Kantonsstrasse den Raum einnehmen.
Erste Spuren menschlicher Anwesenheit reichen bis in die römische Zeit zurück, doch die ersten schriftlichen Erwähnungen stammen aus dem frühen 12. Jahrhundert. Biasca stand lange unter der Herrschaft des Erzbistums Mailand, bevor es an lokale Familien wie die Orelli und später an die Visconti überging. Im 15. Jahrhundert kam der Ort unter die Kontrolle der Urschweizer Kantone und wurde Teil der Landvogtei Riviera. Ein prägendes Ereignis war der Bergsturz von 1512, der als Buzza di Biasca bekannt wurde und weite Teile des Tals verwüstete.
Heute ist Biasca geprägt von seiner industriellen Vergangenheit, etwa durch den einst wichtigen Rangierbahnhof der SBB oder die Steinbrüche und Seidenraupenzuchtbetriebe. Im historischen Zentrum steht die Kirche San Pietro e Paolo aus dem 11. Jahrhundert, während im Val Pontirone verlassene Dörfer und ein unterirdischer Kanal aus dem frühen 20. Jahrhundert zeugen. Die umliegenden Berge bieten Wanderwege, etwa über den Pass di Giümela ins Calancatal, und der Lago della Froda mit seinen Wasserfällen lädt zu Ausflügen ein.