Carme liegt in einer von Bergen umschlossenen Talebene in der Region Anoia, Katalonien. Die umliegenden Höhenzüge Orpinell und Collbàs rahmen das Dorf ein, das von Wäldern umgeben ist. Nicht weit entfernt befindet sich Igualada, während La Pobla de Claramunt und Capellades nur wenige Kilometer entfernt sind. Die Einwohnerzahl schwankt je nach Jahreszeit leicht, liegt aber bei etwa 800.
Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort im späten 17. Jahrhundert, doch vermutlich entstand er bereits Ende des Mittelalters. Während der arabischen Besetzung im 10. und 11. Jahrhundert diente die Gegend als Grenzregion, in der Festungen zur Überwachung angelegt wurden. Diese sogenannten Grenzburg-Kette ist heute noch in Teilen erhalten und kann entlang einer Route erkundet werden. Ein besonders gut erhaltenes Beispiel ist die Burg von La Pobla de Claramunt, nur wenige Kilometer entfernt. Im 18. Jahrhundert erlebte Carme ein starkes Wachstum, das auch den Bau der heutigen Dorfkirche mit sich brachte, die bis heute für lokale und religiöse Feste genutzt wird.
Die besondere Lage des Tals prägt ein einzigartiges Mikroklima mit mediterranem und trockenem Einfluss. Diese Vielfalt begünstigt eine artenreiche Vogelwelt, darunter der Neuntöter und der Schwarzspecht. Die Riera de Carme, ein kleiner Fluss, durchzieht das Gebiet und trägt zur ökologischen Besonderheit bei. Die Kombination aus Klima, Vegetation und geologischer Vielfalt macht den Ort zu einem interessanten Naturraum.