Cazis liegt im Kanton Graubünden am Heinzenberg, westlich des Hinterrheins, etwa drei Kilometer nördlich von Thusis. Die Gemeinde erstreckt sich über eine Talmulde, die dem Ort seinen rätoromanischen Namen gab. Bis zur Fusion mit mehreren Nachbargemeinden bestand Cazis aus dem Hauptort und sieben Fraktionen, darunter Oberrealta und Unterrealta. Das Gebiet ist geprägt von Wäldern, landwirtschaftlichen Flächen und Siedlungen, während unproduktives Gebirge den Rest ausmacht.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung finden sich auf dem Petrushügel, wo Funde auf Jäger und Sammler der Jungsteinzeit hinweisen. Später betrieben die Bewohner Ackerbau und Viehzucht. Im Mittelalter prägte das Kloster Cazis die Region als Grundbesitzer, während Burgreste aus dem 11. Jahrhundert Zeugnis früherer Herrschaftsstrukturen geben. Die Nähe zu wichtigen Verkehrswegen wie dem Splügenpass brachte Cazis wirtschaftlichen Nutzen, etwa durch den Transitverkehr. Später entstanden hier eine Strafanstalt und eine Psychiatrische Klinik, die bis heute das Ortsbild prägen.
Heute ist Cazis bekannt für seine historischen Bauwerke wie die Klosterkirche St. Peter und Paul oder das Dominikanerinnenkloster. Die Umgebung bietet mit dem Naturschutzgebiet Munté und der Steinkirche Cazis weitere Anziehungspunkte. Die Gemeinde bewahrt zudem Spuren ihrer sprachlichen Vergangenheit, auch wenn Deutsch heute die vorherrschende Sprache ist. Persönlichkeiten wie die Malerbrüder Rizzi stammen aus Cazis, das durch seine Verbindung von Geschichte und Natur besticht.