Chelles liegt im Osten des Großraums Paris, im Département Seine-et-Marne. Die Stadt wird von der Marne durchflossen und ist etwa achtzehn Kilometer von der Pariser Innenstadt entfernt. Mit dem Canal de Chelle verläuft ein knapp drei Kilometer langes Wasserbauwerk durch das Stadtgebiet. Sie ist nach Meaux die zweitgrößte Stadt des Départements.
Die Wurzeln der Stadt reichen bis in die Zeit der Merowinger zurück. Eine Pfalz namens Kala oder Cala war der Ausgangspunkt, wo Chrodechild, die Gemahlin Chlodwigs I., einen kleinen Frauenkonvent gründete. Später ließ Bathilde, Gemahlin Chlodwigs II., das Kloster zu einem Benediktinerinnenkloster ausbauen. Das Kloster Notre-Dame-des-Chelles wurde zur Grablege mehrerer bedeutender Persönlichkeiten, darunter Bathildes Sohn Chlothar III. und ihre Tochter Gisela. Bis zur Auflösung während der Französischen Revolution blieb das Kloster eng mit der Stadt verbunden und diente als Hauskloster französischer Könige von den Merowingern bis zu den Bourbonen.
Heute ist Chelles vor allem für sein urbanes Verkehrsmuseum bekannt, das eine umfangreiche Sammlung historischer Fahrzeuge aus Paris und Umgebung zeigt. Das Stadtwappen, das seit dem 17. Jahrhundert eine Kombination aus Lilien und Leitern darstellt, ist ein Symbol der langen Geschichte. Persönlichkeiten wie der Rosenzüchter Henri-Antoine Jacques oder der Sänger Slimane prägen das Bild der Stadt. Eine enge Partnerschaft verbindet Chelles seit 1964 mit Lindau am Bodensee.