Chrastava liegt im Norden Tschechiens, eingebettet zwischen dem Isergebirge und dem Jeschkengebirge. Die Stadt breitet sich im Zittauer Becken aus, wo die Jeřice in die Lausitzer Neiße mündet. Mit etwa 300 Metern Höhe über dem Meeresspiegel bildet sie einen Übergang zwischen den sanften Hügeln des Umlands und den bewaldeten Gebirgsausläufern. Südöstlich befindet sich Liberec, nordwestlich die Burg Grabštejn.
Die Wurzeln der Stadt reichen ins 13. Jahrhundert zurück, als König Přemysl Ottokar II. Siedler ins damals dünn besiedelte Grenzland holte. Bergleute aus Pirna suchten hier nach Kupfer, Zinn und Silber, und bereits 1384 wurde die Laurentiuskirche erwähnt. Im 15. Jahrhundert prägten Hussiten die Region, später folgte eine Blütezeit durch Bergbau und Tuchmacherei. 1527 erhielt der Ort Stadtrechte und entwickelte sich zu einem Zentrum der Textilindustrie, das später auch Maschinenbau hervorbrachte.
Heute beeindruckt Chrastava mit historischen Bauwerken wie der neugotisch erneuerten St.-Laurentius-Kirche und dem Geburtshaus des Malers Joseph von Führich. Ein Feuerwehrmuseum und ein archäologisches Freilichtmuseum ergänzen das kulturelle Angebot. Die Stadt pflegt Partnerschaften mit Eichstätt in Deutschland und Lwówek Śląski in Polen. Persönlichkeiten wie der Maler Willi Sitte oder der Bundespräsident Theodor Körner prägten die Geschichte der Stadt.