Costitx ist eine kleine Gemeinde auf der Baleareninsel Mallorca. Sie liegt in der flachen Ebene der Insel, wo sich sanfte Hügel mit Tälern abwechseln und vom Gebirgsbach Pina durchzogen werden. Die Landschaft ist geprägt von diesen niedrigen Erhebungen, die kaum zweihundert Meter erreichen. Die Gemeinde erstreckt sich entlang der Hauptstraße zwischen Inca und Sineu, die durch das Gebiet führt.
Schon in prähistorischer Zeit war die Gegend besiedelt, wie archäologische Funde aus der Talaiot-Kultur belegen. Besonders bekannt sind die bronzenen Stierköpfe aus der Zeit um das sechste bis fünfte Jahrhundert vor Christus, die auf dem Landgut Son Corró entdeckt wurden. Später gehörte Costitx während der arabischen Herrschaft zum Bezirk „Qanarusa“. Nach der Eroberung Mallorcas durch Jaume I. wurde die Ansiedlung zunächst einem Vizegrafen übertragen, bevor sie schließlich einen eigenen Pfarrbezirk bildete. Im 17. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung deutlich an, doch erst im 19. Jahrhundert erreichte Costitx nach langem Streit die Unabhängigkeit von Sencelles.
Der Ortskern wird von einer Kirche aus dem 17. Jahrhundert dominiert, umgeben von historischen Herrenhäusern und Steineichenwäldern. Besonders sehenswert ist das restaurierte Santuari de Son Corró, das auf die Talayot-Zeit zurückgeht und heute Repliken der berühmten Stierköpfe beherbergt. Ein weiteres Wahrzeichen sind die Windmühlen am Ortsrand, die die windige Lage der Gemeinde nutzen. Das Planetarium Mallorca mit seiner Sternwarte ist das einzige astronomische Zentrum der Balearen und zieht Besucher aus der ganzen Region an. Traditionelle Feste wie das Fest des Sant Sebastià oder die Prozession der Trobada prägen das kulturelle Leben.