Dalečín liegt versteckt im Tal der Svratka, am Südosthang der Saarer Berge. Die Burgruine thront über einer Flussschleife, wo der Bach Hrabovec einmündet. Rund um den Ort erheben sich bewaldete Hügel wie der Šípův vrch oder die Hora, während im Südosten die Talsperre Vír I ihre Wasserfläche ausbreitet. Nachbarorte wie Strachujov oder Veselí liegen nur wenige Kilometer entfernt, im Nordwesten reicht das Gemeindegebiet bis Míchov.
Erstmals taucht der Name in einer gefälschten Klosterurkunde von 1073 auf, doch gesichert ist die Existenz des Dorfes seit dem 14. Jahrhundert. Damals gehörte es zur Herrschaft der Pernsteiner, deren Witwe Klara es an ihren zweiten Gemahl vererbte. Die Burg diente zeitweise als Räubernest, bis sie 1519 zerstört wurde. Später wandelte ein Adliger die Feste in ein Renaissanceschloss um, das später sogar als Jagdhaus im Alpenstil umgebaut wurde. Wirtschaftlich prägten Eisenhämmer und später eine Papiermühle das Bild, bis eine Spinnerei im 19. Jahrhundert neue Arbeitsplätze brachte.
Heute ist Dalečín vor allem für seine Burgruine und das umgebaute Schloss bekannt, das heute das Rathaus beherbergt. Die barocke Kirche und eine evangelische Toleranzkirche in Veselí zeugen von der religiösen Vielfalt. Im Winter zieht das Gebiet mit Skiliften Besucher an, während die Talsperre Vír I als Naherholungsraum dient. Persönlichkeiten wie der Schriftsteller Josef Koněrza oder die Volkskundlerin Marie Damborská stammen von hier.