Dietramszell liegt im oberbayerischen Voralpenland zwischen München und Bad Tölz, wo die Isar den westlichen Rand der Moränenlandschaft prägt. Die Gemeinde ist Teil des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen und besteht aus rund sechzig kleinen Siedlungen, die sich über die wellige Landschaft verteilen.
Die Geschichte des Ortes ist eng mit dem Augustiner-Chorherrenstift verbunden, das 1098 von Tegernseer Mönchen gegründet wurde. Namensgeber war der erste Propst Dietram, nach dem der Ort benannt ist. Im 18. Jahrhundert erlebte das Kloster unter den Pröpsten Petrus Offner und Dietram II. eine prächtige barocke Umgestaltung. Nach der Säkularisation 1803 wurde das geistliche Gebiet aufgelöst, doch der Ort blieb als Gemeinde erhalten. Durch die Gebietsreform der 1970er-Jahre wuchs Dietramszell durch die Eingemeindung mehrerer Nachbargemeinden zur heutigen Größe.
Das ehemalige Kloster beherbergt heute eine Schule und einen Kindergarten, während die spätbarocke Klosterkirche Maria Himmelfahrt mit Werken von Johann Baptist Zimmermann und Franz Xaver Schmädl beeindruckt. Die evangelische Gemeinde nutzt seit 1961 die Michaelskapelle am Schwaiganger, ein schlichter Bau mit markanter Fensterrosette. Die Gemeinde pflegt eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Baignes-Sainte-Radegonde und setzt sich in jüngerer Zeit mit der Aberkennung fragwürdiger Ehrenbürgerschaften auseinander.