Endingen liegt im Schweizer Kanton Aargau, eingebettet im Surbtal, nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Das Dorf erstreckt sich an der Mündung des Littenbachs in die Surb, die sich hier nach Norden wendet und von steilen Hängen wie dem Hörndlihau und dem Ruckfeld flankiert wird. Die Landschaft ist geprägt von Hochebenen, bewaldeten Flächen und sanfteren Hügeln wie dem Siggenberg, der das Tal vom Limmattal trennt. Ein kleiner Weiler namens Loohof liegt südöstlich des Zentrums, während das ehemalige Nachbardorf Unterendingen nördlich an der Surb liegt.
Die Geschichte Endingens reicht bis in die Jungsteinzeit zurück, doch erste urkundliche Spuren stammen aus dem Jahr 798, als der Ort als Entingas erwähnt wurde. Im Mittelalter stand das Dorf unter dem Einfluss der Freiherren von Regensberg und des Bistums Konstanz, bevor es 1415 an die Grafschaft Baden fiel. Besonders prägend war die Ansiedlung von Juden ab dem 17. Jahrhundert, die hier Handel trieben und bis 1776 das einzige Wohnrecht in der Schweiz erhielten. Im 19. Jahrhundert machten sie fast die Hälfte der Bevölkerung aus, bevor sie in die Städte abwanderten. Nach der Eingemeindung von Unterendingen 2014 wuchs die Gemeinde weiter.
Heute ist Endingen vor allem für seine jüdische Vergangenheit bekannt. Die Synagoge und der jüdische Friedhof zeugen von dieser Geschichte, ebenso wie die charakteristischen Doppeltüren an vielen Häusern, die einst das Zusammenleben von Juden und Christen ermöglichten. Ein Kulturweg verbindet die jüdischen Bauwerke mit Lengnau, und ein Besucherzentrum im ehemaligen Doppeltür-Haus soll die Erinnerung bewahren. Das Gemeindewappen geht auf die Herren von Endingen zurück, deren Burgruinen in Unterendingen gefunden wurden.