Ernen liegt im oberen Rhonetal, auf der linken Talseite, und gehört zum Bezirk Goms im Kanton Wallis. Die Gemeinde umfasst heute die früheren Dörfer Ausserbinn, Ernen, Mühlebach und Steinhaus, die 2005 fusionierten. Der Ort ist Teil des regionalen Naturparks Binntal und profitiert von der Nähe zum Binntal.
Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1214 unter dem Namen Aragnon, später erscheint die heutige Form. Ernen verdankte seine Bedeutung jahrhundertelang seiner Lage zwischen mehreren Alpenpässen, die es zu einem wichtigen Warenumschlagplatz machten. Im Mittelalter war es Sitz des Meiertums und später eines der beiden Grosspfarreien des Goms. Der wirtschaftliche Niedergang begann mit dem Bau der Furkastrasse und der Furkabahn, die auf der anderen Talseite verliefen.
Ernen ist heute vor allem als „Musikdorf“ bekannt, wo seit 1974 internationale Meisterkurse für Pianisten stattfinden. Das Dorfbild mit seinen historischen Häusern wie dem Rathaus, dem Tellenhaus oder der Kirche St. Georg wurde mehrfach ausgezeichnet. Besonders sehenswert sind die Fresken im Tellenhaus, die zu den ältesten Tell-Darstellungen der Schweiz zählen. Persönlichkeiten wie der Pianist György Sebők prägten den kulturellen Ruf des Ortes.