Eyam liegt versteckt im Peak District in Derbyshire und ist ein kleines Dorf mit bewegter Geschichte. Die umliegende Landschaft aus Kalksteinformationen und Mooren prägt das Bild, während der Ort selbst von der nahen Stadt Sheffield aus gut erreichbar ist. Bekannt wurde es vor allem durch seine Selbstquarantäne während der Pestepidemie, die das Dorf für Jahrhunderte im Gedächtnis hielt.
Die Wurzeln Eyams reichen bis in die angelsächsische Zeit zurück, doch seine größte Bekanntheit erlangte es im 17. Jahrhundert. Als 1665 die Pest aus London eingeschleppt wurde, beschlossen die Bewohner unter Führung des Pfarrers William Mompesson und des puritanischen Geistlichen Thomas Stanley, das Dorf abzuriegeln. Die Maßnahmen umfassten Gottesdienste im Freien und die Selbstbestattung der Toten. Trotz der Isolation starben über zwei Drittel der Bevölkerung, doch die Entscheidung rettete vermutlich viele Leben in der Umgebung.
Heute zieht Eyam Besucher mit seinen historischen Stätten an. Dazu gehören die Riley-Gräber, der Coolstone mit seinen desinfizierten Münzen und das Cucklett Delph, wo einst die Gottesdienste stattfanden. Die Eyam Hall aus der Jakobinischen Zeit und das Mechanics’ Institute zeugen von der langen Geschichte des Ortes. Ein angelsächsisches Kreuz auf dem Friedhof erinnert an die frühe Christianisierung, während das Eyam-Museum die Pestepidemie dokumentiert. Auch literarisch fand der Ort Eingang, etwa in Romanen wie „Das Pesttuch“ von Geraldine Brooks.