Fulnek liegt in Mähren, nahe der Grenze zu Schlesien, eingebettet in die sanften Hügel des Kuhländchens. Der Husí potok durchfließt das Tal und mündet hier in den Gručovka, während die Oderberge sich im Osten erheben. Die Stadt befindet sich etwa 30 Kilometer südlich von Opava und ist von Nachbarorten wie Vrchy und Lukavec im Norden, Kostelec und Kujavy im Osten sowie Stachovice und Jestřabí im Süden umgeben. Mit rund 6000 Einwohnern und einer Fläche von 6800 Hektar erstreckt sie sich über ein weitläufiges Gebiet.
Die Gründung Fulneks geht auf die Herren von Lichtenburg zurück, denen das Land von Ottokar II. Přemysl übertragen wurde. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1293, als der Ort bereits einen ungewöhnlich großen quadratischen Marktplatz besaß. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte Fulnek mehrfach die Besitzer, darunter Adelsgeschlechter wie die von Krawarn und die Podiebrad. Ein bedeutender Einschnitt war die Zeit der Böhmischen Brüder, deren letzter Bischof, Johann Amos Comenius, hier von 1618 bis 1621 lebte und wirkte. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurde die Stadt konfisziert und an Wenzel von Würben verkauft.
Heute prägen barocke Bauwerke das Stadtbild, darunter die Dreifaltigkeitskirche mit ihrer imposanten Treppe und das ehemalige Augustinerkloster. Der Comenius-Platz mit Rathaus und Pestsäule ist ein zentraler Ort, ebenso wie das Kapuzinerkloster und die Kirche der Böhmischen Brüder. Persönlichkeiten wie der Architekt Johann Joseph Thalherr oder der Dirigent Franz Konwitschny stammen aus Fulnek. Die Stadt verbindet damit historische Tiefe mit kultureller Vielfalt.