Gent liegt in Flandern, wo die Leie in die breite Schelde mündet. Die Stadt ist umgeben von anderen flämischen Zentren wie Brügge und Antwerpen, die jeweils etwa 40 bis 50 Kilometer entfernt sind. Mit ihrer flachen, von Flüssen durchzogenen Landschaft und dem milden Seeklima bietet sie ein typisch flämisches Stadtbild. Als Hauptstadt der Provinz Ostflandern vereint sie historische Kerne mit dicht bebauten Arbeiter- und Bahnhofsquartieren aus späterer Zeit.
Die Wurzeln der Stadt reichen bis in keltische Siedlungsphasen zurück, doch erst im Mittelalter entwickelte sie sich zu einem der wichtigsten Handelsplätze Europas. Der Tuchhandel und das Stapelrecht auf Getreide machten Gent reich, bis religiöse Konflikte und Kriege im 16. Jahrhundert einen Niedergang einleiteten. Später erlebte die Stadt eine industrielle Blüte und wurde zu einem der ersten Zentren der Textilproduktion auf dem Kontinent.
Heute prägen mittelalterliche Bauwerke wie die Sint-Niklaaskerk und die St.-Bavo-Kathedrale das Bild, während die Stadt auch als „Blumenstadt“ bekannt ist. Hier wurden historische Verträge wie die Genter Pazifikation geschlossen, und Persönlichkeiten wie Kaiser Karl V. wurden hier geboren. Die Abteien Sankt Bavo und Sankt Peter sowie der Gravensteen zeugen von der langen Geschichte Gents.