Gerzensee liegt im Kanton Bern, etwa vierzehn Kilometer südöstlich der Hauptstadt, auf einer Höhe von 646 Metern. Das Dorf breitet sich am sonnigen Südhang des Belpberges aus, über einer Mulde, in der sich der namensgebende See befindet. Zwischen den Talebenen von Gürbe und Aare gelegen, profitiert Gerzensee von einem besonders milden Klima, das ihm den Beinamen „Berner Riviera“ einbringt. Der Gerzensee selbst liegt auf 603 Metern und gehört teilweise zur Gemeinde, während der Belpberg mit seinen Kuppen wie dem Chatzacher bis zu 865 Meter erreicht. Nachbargemeinden sind Münsingen, Wichtrach, Kirchdorf und Belp.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1228 unter dem Namen Gercentse, der auf einen alemannischen Siedler namens Gerzo zurückgeht. Im Mittelalter gehörte Gerzensee verschiedenen bernischen Adelsfamilien, darunter den Kramburgern, die hier eine Burg errichteten. Später entstanden Landsitze wohlhabender Berner Patrizier, darunter das Alte und das Neue Schloss. Einst bekannt war auch das Mineralbad im Thalgut, das bis Ende des 19. Jahrhunderts betrieben wurde. Bis ins 20. Jahrhundert blieb die Gemeinde vor allem landwirtschaftlich geprägt.
Heute prägen historische Landsitze wie das Alte Schloss aus dem frühen 16. Jahrhundert oder das barocke Neue Schloss das Ortsbild. Letzteres beherbergt seit 1986 ein renommiertes Studienzentrum für Zentralbanker. Die Marienkirche, erstmals 1228 erwähnt, steht in einer Quellmulde und geht auf ältere Bauten zurück. Im alten Dorfkern sind typische Berner Bauernhäuser erhalten. Der unverbaute Gerzensee gilt als Natursehenswürdigkeit, während Persönlichkeiten wie der Theologe Samuel König oder die Chiropraktik-Pionierin Johanna Spycher mit Gerzensee verbunden sind.