Guadix liegt in einer fruchtbaren Hochebene im Nordosten der Provinz Granada, etwa 900 Meter über dem Meeresspiegel. Der Río Guadix fließt durch die Stadt, die vor allem für ihre einzigartigen Wohnhöhlen bekannt ist. Diese Höhlen sind in weiches Gestein aus Kalktuff und Löss gegraben, das sich leicht bearbeiten lässt. Rund zweitausend dieser Höhlen dienen als Wohnungen, in denen mehrere tausend Menschen leben.
Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück. Schon die Phönizier kannten sie unter dem Namen Acci, später wurde sie unter den Römern zu einer bedeutenden Siedlung. Durch den christlichen Prediger Torquatus wurde Guadix früh zu einem wichtigen Bischofssitz. Unter maurischer Herrschaft entwickelte sie sich zu einem Zentrum der Seidenproduktion und erhielt ihren heutigen Namen, der „Fluss des Lebens“ bedeutet. Nach der Rückeroberung durch die Katholischen Könige entstanden prächtige Bauwerke wie die Kathedrale und die Plaza Mayor, doch Kriege und Konflikte hinterließen Spuren in der Stadt.
Heute prägen die weiß getünchten Höhlenviertel mit ihren markanten Schornsteinen das Bild Guadix’. Künstler und Handwerker, darunter Töpfer und Roma-Gemeinschaften, leben hier seit Generationen. Die Altstadt mit ihrer Kathedrale, einem Mix aus Gotik, Renaissance und Barock, und der Plaza Mayor mit ihren Arkaden lädt zum Verweilen ein. Die maurische Vergangenheit zeigt sich in Vierteln wie Barrio de Santiago oder Barrio de Santa Ana, während die Alcazaba einen weiten Blick über die Stadt und die Sierra Nevada bietet. Berühmte Persönlichkeiten wie der Philosoph Ibn Tufail oder der Konquistador Pedro de Mendoza stammen aus Guadix.