Hatvan liegt nordöstlich von Budapest am Fluss Zagyva, eingebettet zwischen dem Mátra-Gebirge im Nordwesten und flachen Ebenen im Süden. Die Stadt gliedert sich in ältere und neuere Viertel wie Óhatvan und Újhatvan und grenzt an Gemeinden wie Lőrinci und Ecséd. Durch die Lage an einer historischen Handelsroute und später an der Eisenbahn wurde Hatvan zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt.
Schon in der Jungsteinzeit gab es hier Siedlungen, später sicherten Römer einen Wachturm am Strázsa-Berg. Im Mittelalter entwickelte sich Hatvan zu einem Marktort mit Kloster, bis die Türken es für über ein Jahrhundert besetzten. Graf Antal Grassalkovich I. prägte das 18. Jahrhundert durch Schlossbau und Ansiedlung deutscher Handwerker, die eine Tuchmanufaktur gründeten. Die Industrialisierung begann mit der Zuckerfabrik der Familie Deutsch-Hatvany, die später zu einem regionalen Wirtschaftszentrum führte.
Die Stadt beeindruckt mit barocken Bauwerken wie dem Grassalkovich-Schloss und der Kirche St. Adalbert am Kossuth-Platz. Das Rathaus steht auf den Fundamenten eines zerstörten Prämonstratenser-Klosters, während das Lajos-Hatvany-Museum in der ehemaligen Brauerei an die kulturelle Blütezeit erinnert. Berühmte Gäste wie Thomas Mann trafen sich im Schloss der Familie Hatvany-Deutsch, die aus Hatvan stammte. Heute verbindet die Stadt historische Spuren mit moderner Industrie und internationalen Partnerschaften.