Hranice liegt im Osten Tschechiens, eingebettet zwischen den sanften Hügeln des Weißkirchener Karsts und der Mährischen Pforte. Die Stadt wird von zwei Flüssen umschlossen: Im Westen fließt die Velička, während die Ludina sie im Osten und Süden begleitet, bevor beide sich an der Bečva vereinen. Am südöstlichen Rand erhebt sich der Hügel Hůrka, während sich im Südwesten der Maleníkwald ausbreitet. Die Landschaft ist geprägt von Kalksteinformationen, die dem Gebiet seinen besonderen Charakter verleihen.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Steinzeit zurück. Im Mittelalter führte die wichtige Bernsteinstraße durch die Mährische Pforte, doch die eigentliche Gründung der Stadt fällt in die Zeit der Kolonisation durch den Benediktinerabt Jurik im Auftrag des Olmützer Herzogs Friedrich. Der Name „Hranice“ – Grenze – deutet auf die strategische Lage hin. Im 13. Jahrhundert erhielt der Ort Stadtrechte und wurde später als „Weißkirchen“ bekannt, vermutlich nach der weißen Farbe der Klosterkirche oder dem Habit der Prämonstratenser, die hier seit dem frühen 13. Jahrhundert herrschten. Die Stadt erlebte Blütezeiten unter den Pernsteinern, erlitt aber schwere Zerstörungen während des Dreißigjährigen Kriegs.
Heute prägen historische Bauwerke das Bild, darunter gotische Befestigungen und Renaissancehäuser am Marktplatz. Das Schloss, einst Sitz mächtiger Adelsfamilien, beherbergt heute die Stadtverwaltung und wurde nach umfangreicher Sanierung in seinen ursprünglichen Zustand versetzt. Die Textil- und Holzindustrie, besonders die Möbelfirma Thonet, prägten die Wirtschaft, während eine Zementfabrik und die Maschinenbaufirma Sigma-Pumpen bis heute Bedeutung haben. Die ehemalige Synagoge und der jüdische Friedhof erinnern an die einst blühende jüdische Gemeinde, die während des Zweiten Weltkriegs fast vollständig vernichtet wurde.