Jawor liegt an der Wütenden Neiße, einem Fluss, der in die Katzbach mündet, etwa siebzig Kilometer westlich von Breslau. Die Stadt gehört zur Euroregion Neiße und ist von einer hügeligen Landschaft umgeben. Ihr Name leitet sich von einem slawischen Wort für Ahorn ab, was auf die umliegenden Wälder hinweist.
Erstmals erwähnt wurde Jawor im Jahr 1177, doch schon vor dem Jahr 1000 gab es hier Siedlungen, wie Funde von Urnen belegen. Im 13. Jahrhundert entwickelte sie sich zu einem wichtigen Handelsort, da sich hier bedeutende Straßen kreuzten. Die Stadt erhielt das Magdeburger Recht und wurde später Residenzstadt eines piastischen Herzogtums, auch wenn sie nie eine fürstliche Residenz war. Im 16. Jahrhundert war Jawor ein Zentrum des Leinenhandels und verfügte über eine Badeanstalt sowie medizinische Versorgung.
Bekannt ist Jawor vor allem für seine Friedenskirche, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Das Stadtwappen zeigt den heiligen Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler teilt, ein Motiv, das seit dem 14. Jahrhundert in Siegeln erscheint. Die Kirche entstand nach dem Dreißigjährigen Krieg als eine von drei schlesischen Friedenskirchen, die den Protestanten zugestanden wurden. Wirtschaftlich prägte lange eine lokale Wurstsorte, die Jauersche, das Bild der Stadt.