Jerichow liegt in Sachsen-Anhalt am Rand des Elb-Havel-Gebietes, wo sich ein alter Elbarm und der Elbe-Havel-Kanal begegnen. Die Stadt erstreckt sich von Stendal im Westen bis Genthin im Osten und reicht im Süden bis zur Hochfläche der Karower Platte und dem Niederungsgebiet Fiener Bruch. Ihre Landschaft wird vom Steinbach geprägt, der über Kanäle der Havel zufließt. Mit fast 270 Quadratkilometern zählt Jerichow zu den flächenmäßig größten Gemeinden Deutschlands.
Der Name Jerichow stammt aus dem Slawischen und bedeutet „Burg des Tapferen“. Schon die Slawen errichteten hier eine Burg, bevor 1144 Prämonstratenser-Chorherren ein Kloster gründeten. Die Backsteinromanik prägte fortan das Stadtbild: Die Stiftskirche entstand zwischen 1149 und 1172, und Jerichow erhielt 1336 das Stadtrecht. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt schwer getroffen, doch nach der preußischen Übernahme 1680 entwickelte sie sich weiter. Das ehemalige Kloster diente später als Brauerei, bevor es im 19. Jahrhundert restauriert wurde.
Jerichows bedeutendstes Bauwerk ist die ehemalige Prämonstratenserstiftskirche St. Marien und St. Nikolai, ein Meisterwerk der Backsteinromanik. Das Stadtbild wird zudem vom Denkmal für das Stadtrecht geprägt. Die Stadt ist Teil eines evangelischen Pfarrbereichs mit zahlreichen umliegenden Kirchengemeinden. Heute verbindet Jerichow seine historische Prägung mit einer weitläufigen, ländlich geprägten Umgebung.