Jičín liegt im Nordosten Böhmens am Fluss Cidlina, etwa 80 Kilometer von Prag entfernt. Die Stadt befindet sich am Rand des Böhmischen Paradieses, einer geschützten Landschaft, und ist durch eine wichtige Straße mit der Hauptstadt sowie dem Riesengebirge verbunden. Verbindungen bestehen auch nach Turnov und Hradec Králové.
Die Siedlung entstand vermutlich Ende des 12. Jahrhunderts nahe der heutigen Gemeinde Staré Místo, wurde aber später an die Cidlina verlegt. Erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1293, als die Königin Guta von Habsburg den Ort in einem Dokument nannte. Im 14. Jahrhundert erhielt Jičín Stadtrechte und wechselte mehrfach den Besitzer, darunter an die Familie Trčka von Leipa, die ihm Handelsrechte verlieh. Nach Erbstreitigkeiten fiel die Stadt 1621 an Albrecht von Wallenstein, der sie zur Residenz seines Herzogtums Friedland ausbauen wollte.
Heute prägen historische Bauwerke das Stadtbild, darunter das Valdicer Tor und die manieristisch gestaltete Kirche des Hl. Jakobus. Das Zentrum ist als Denkmalreservat geschützt, mit einem rechteckigen Platz und einem gleichmäßigen Straßennetz. Wallensteins Pläne hinterließen Spuren wie das erweiterte Schloss und die Fußgängerbrücke zur Kirche. Die Stadt war zudem ein kultureller Ort, etwa durch das Jesuiten-Gymnasium, an dem auch der Gelehrte Bohuslav Balbín lehrte.