Karpacz liegt eingebettet im Riesengebirge, wo das Tal der Großen Lomnitz eine natürliche Senke bildet. Die Ortsmitte erhebt sich auf etwa 630 Metern, während sich im Süden an der tschechischen Grenze die Schneekoppe als höchster Gipfel des Gebirges auf 1603 Metern auftürmt. Nördlich und westlich schließen sich sanfte Vorberge an, die bis zu 900 Meter erreichen.
Erstmals taucht der Ort 1599 als Bergbausiedlung für Blei und Eisen auf, damals noch unter dem Namen Krummhübel. Aus einer Holzarbeitersiedlung um ein Bergwerk entstand im 16. Jahrhundert eine kleine Gemeinschaft, die später durch Glaubensflüchtlinge aus Böhmen wuchs. Berühmt wurde der Ort durch die Laboranten, eine Gilde von Kräutersammlern und Heilmittelherstellern, die ihre Erzeugnisse bis nach Russland verkauften. Im 19. Jahrhundert endete diese Tradition, doch der Fremdenverkehr gewann an Bedeutung, besonders nach dem Anschluss an die Riesengebirgsbahn.
Heute prägen historische Bauwerke das Bild, darunter die aus Norwegen stammende Stabkirche Wang im Ortsteil Brückenberg. Die Stadt ist ein beliebtes Touristenziel mit Wanderwegen durch den Nationalpark, Wintersportmöglichkeiten und einer Skisprungschanze. Zwei Museen dokumentieren die Geschichte des Sports und des Spielzeugs, während das Rathaus mit seinem neobarocken Turm das Stadtzentrum prägt.