Kentmere liegt versteckt im Lake District, einem Gebirgsland in Cumbria. Das Tal zieht sich in Nord-Süd-Richtung durch die Landschaft und wird von steilen Bergen wie dem Kentmere Pike und dem Harter Fell umrahmt. Am oberen Ende entspringt der River Kent, der durch ein künstliches Becken, das Kentmere Reservoir, fließt. Nur über den Ort Staveley ist das Tal von Süden her zugänglich. Spuren einer alten Römerstraße führen über den Nan Bield Pass ins benachbarte Gebiet.
Erstmals erwähnt wird Kentmere durch eine römische Straße, doch seine Geschichte reicht weiter zurück. Im Mittelalter prägte die Familie Gilpin das Tal entscheidend. Sie baute Kentmere Hall, einen festungsartigen Turm aus dem 13. Jahrhundert, der später zu einem Wohnhaus erweitert wurde. Die Gilpins erhielten Land und Privilegien von König John und dem Baron von Kendal, nachdem ein Mitglied der Familie einen gefährlichen Wildschweineber besiegt haben soll. Ein späterer Nachkomme, Bernard Gilpin, wurde als Theologe bekannt und gilt als „Apostel des Nordens“.
Kentmere Hall ist heute ein landwirtschaftliches Anwesen und zeugt von der langen Geschichte des Ortes. Der nahegelegene River Gilpin trägt den Namen der Familie. Die umgebende Berglandschaft mit dem markanten Kentmere Horseshoe lädt zu Wanderungen ein. Das Tal bleibt ein ruhiger Ort abseits der Touristenströme, geprägt von seiner wilden Natur und den Spuren vergangener Zeiten.