Liebenau liegt im Unteren Mühlviertel in Oberösterreich und ist die höchstgelegene Marktgemeinde des Bundeslandes mit einem Ortskern auf 970 Metern. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über ein Hochplateau, dessen höchster Punkt der Brockenberg mit 1058 Metern ist, während die tiefste Stelle an der Weißen Aist bei der Steinmühle in Monegg auf 819 Metern liegt. Rund zwei Drittel der Fläche sind bewaldet, ein Drittel wird landwirtschaftlich genutzt. Bekannt ist der Ort vor allem für das Tannermoor, ein geschütztes Waldmoor und Natura-2000-Gebiet.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Liebenau im Jahr 1400 als „Liebnaw“, doch bereits während der Hussitenkriege gab es hier Erdwälle zum Schutz vor Eindringlingen. Im Dreißigjährigen Krieg entstanden Sperrbefestigungen gegen schwedische Angriffe, die später als Wahrzeichen am Wachtstein erhalten blieben. Einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte der Ort Ende des 17. Jahrhunderts durch die Glaserzeugung, doch mit deren Niedergang um 1800 folgte eine Phase der Verarmung. Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich Liebenau zu einem Ort mit eigener Infrastruktur: Schulen, Postamt und eine Raiffeisenbank entstanden, während Kriege und wirtschaftliche Krisen das Leben prägten.
Die katholische Pfarrkirche St. Josef wurde 1754/55 erbaut und später erweitert, ihre Ausstattung umfasst historische Altäre und eine Orgel aus dem 19. Jahrhundert. In Schöneben steht eine Kapelle aus dem frühen 20. Jahrhundert mit markantem Spitztonnengewölbe. Die Gemeinde ist Teil des Mühlviertler Alm-Verbands und pflegt mit dem Tannermoor ein einzigartiges Naturjuwel. Trotz schrumpfender Bevölkerungszahlen bleibt Liebenau ein Ort mit langer Tradition und besonderem Charme inmitten der oberösterreichischen Berglandschaft.