Marchena liegt in Andalusien, etwa siebzig Kilometer östlich von Sevilla, eingebettet in die fruchtbaren Ebenen des Guadalquivir-Tals. Der Ort wird vom Fluss Corbones begrenzt und liegt auf etwa 135 Metern Höhe. Das Klima ist mild im Winter und heiß im Sommer, wobei der Regen vor allem außerhalb der Sommermonate fällt.
Frühe Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Jungsteinzeit zurück, später hinterließen Phönizier und Karthager ihre Spuren. Die Mauren nannten den Ort Marsenʿah, bis er im 13. Jahrhundert während der Reconquista von kastilischen Truppen zurückerobert wurde. Im Besitz der Familie Ponce de León erlebte Marchena eine wechselvolle Geschichte, geprägt von Zerstörung und Wiederaufbau, etwa nach einem Angriff aus Granada im 14. Jahrhundert.
Die Stadt besticht durch ihre historische Altstadt, die als schützenswertes Ensemble gilt. Besonders sehenswert sind die mudéjaren und barocken Kirchen wie San Juan Bautista mit Werken von Zurbarán oder die Stadtbefestigung mit ihren Türmen und Toren. Berühmt wurde Marchena auch durch Persönlichkeiten wie den Franziskaner Antonio de Marchena, der Christoph Kolumbus unterstützte, oder die Flamenco-Künstler Pepe Marchena und Melchor de Marchena.