Marly liegt im Kanton Freiburg, etwa drei Kilometer südlich der gleichnamigen Kantonshauptstadt, in einer sanften Talweitung der Ärgera kurz vor ihrer Mündung in die Saane. Das Gelände steigt von der Flussniederung auf Molassehöhen an, die im Süden von Wäldern wie dem Bois de l'Eglise und im Norden von einem Hochplateau geprägt sind. Der höchste Punkt erreicht über siebenhundert Meter, während der Ort selbst auf rund 630 Metern Höhe liegt. Die Gemeinde grenzt im Norden an Freiburg und im Uhrzeigersinn an weitere Nachbargemeinden wie Pierrafortscha und Villars-sur-Glâne.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Steinzeit und die Hallstattzeit zurück, doch die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1055. Der Name entwickelte sich über Jahrhunderte von „Marlensi“ bis zum heutigen Marly, wobei auch der deutsche Name Mertenlach zeitweise gebräuchlich war. Wirtschaftlich prägten lange Zeit Landwirtschaft und handwerkliche Betriebe wie Schmieden und Mühlen das Bild, darunter eine bedeutende Papiermühle, die vom 15. Jahrhundert bis 1921 bestand. Die Industrialisierung begann im späten 19. Jahrhundert mit einer Akkumulatorenfabrik, später folgten Unternehmen der Uhren- und Chaletbauindustrie.
Heute ist Marly eine wachsende Agglomerationsgemeinde mit modernen Gewerbe- und Industriezonen, die sich entlang der Ärgera und im Talboden erstrecken. Ein ehemaliges Forschungszentrum der chemischen Industrie, das einst tausend Arbeitsplätze bot, prägte den wirtschaftlichen Aufschwung der 1960er-Jahre. Die Gemeinde verbindet ländliche Strukturen mit städtischer Infrastruktur und ist durch gute Verkehrsanbindungen, darunter eine Hauptstraße und Buslinien, mit Freiburg verbunden.