Martin liegt im Norden der Slowakei, eingebettet im Turzbecken am Fluss Turiec, kurz vor dessen Einmündung in die Waag. Die Stadt ist von den Bergen der Kleinen und Großen Fatra umgeben, darunter die Lúčanská Fatra im Westen und die Gipfel Veľká Lúka und Krížava im Osten. Das Stadtzentrum befindet sich auf etwa 400 Metern Höhe, während sich das Gemeindegebiet über Hügelland und Teile der Berglandschaften erstreckt. Nachbarorte sind unter anderem Vrútky und Turčianske Kľačany im Norden sowie Sučany im Nordosten.
Die erste schriftliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem Jahr 1264 unter dem Namen Zenthmarton. Im 14. Jahrhundert erhielt Martin Stadtrechte und wurde später Sitz des Komitats Turz. Die Stadt erlebte zahlreiche Rückschläge durch Hussitenüberfälle, Naturkatastrophen und Brände, doch im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sie sich zu einem Zentrum des Handwerks. Im 19. Jahrhundert wurde Martin zum kulturellen und politischen Herz der slowakischen Nationalbewegung, wo wichtige Dokumente wie das Memorandum der slowakischen Nation entstanden.
Heute ist Martin ein kultureller Ankerpunkt der Slowakei, geprägt durch die Matica slovenská, die als nationale Kulturstiftung gilt. Die Stadt dient als Ausgangspunkt für Wanderungen in die umliegenden Gebirge und beherbergt Bauwerke wie das Nationalhaus. Martin war zudem Schauplatz historischer Ereignisse, darunter die Martiner Deklaration von 1918 und die Beteiligung am Slowakischen Nationalaufstand 1944. Die Stadt erhielt Auszeichnungen für ihre Bemühungen um Transparenz und Korruptionsprävention.