Martos liegt in der andalusischen Provinz Jaén und ist nach der Hauptstadt die bedeutendste Stadt der Region. Eingebettet in eine von Olivenhainen geprägte Landschaft, bildet sie das wirtschaftliche Zentrum eines Gebiets, das als weltgrößter Produzent von Olivenöl gilt. Die Stadt ist Teil des Großraums Jaén und profitiert von einer Mischung aus landwirtschaftlicher Tradition und industrieller Dynamik, insbesondere in der Kunststoffverarbeitung.
Erstmals unter dem Namen Tucci in der Römerzeit erwähnt, erhielt der Ort später den Beinamen Augusta Gemella Tuccitana. Im Mittelalter festigten die Mauren seine strategische Bedeutung durch den Ausbau von Festungsanlagen. Ein dunkles Kapitel der Geschichte markiert die Hinrichtung zweier Ritter des Calatrava-Ordens im 14. Jahrhundert. Der wirtschaftliche Aufschwung im 19. und 20. Jahrhundert verdankt sich vor allem der Olivenölproduktion, die Martos zu einer der wohlhabendsten Städte Ostandalusiens machte.
Heute prägen historische Bauwerke und moderne Industrie das Bild der Stadt. Die Olivenhaine gelten als Quelle flüssigen Goldes, während Fabriken wie die des französischen Unternehmens Valeo die wirtschaftliche Vielfalt unterstreichen. Kulturell verbindet Martos literarische Spuren, etwa durch den chilenischen Schriftsteller Luis Sepúlveda, der die Stadt in seinem Werk als Heimat seines Großvaters beschrieb.