Matera liegt in Süditalien auf einer karstigen Hochebene namens Murgia, hoch über dem tief eingeschnittenen Tal des Flusses Gravina. Die Stadt ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der Region Basilikata und bekannt für ihre einzigartige Altstadt, die größtenteils aus Höhlensiedlungen besteht. Diese als Sassi bezeichneten Wohnhöhlen prägen das Bild und wurden 1993 zum UNESCO-Welterbe erklärt. Nachbarorte sind unter anderem Altamura und Gravina in Puglia.
Die Geschichte Materas reicht bis in die Jungsteinzeit zurück, was sie zu einem der ältesten besiedelten Orte der Welt macht. Gegründet wurde die Stadt im Jahr 251 v. Chr. als Matheola durch den römischen Konsul Lucius Caecilius Metellus. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte sie mehrfach die Herrschaft – von Griechen über Römer, Langobarden und Byzantiner bis zu den Normannen, die sie zu einem wichtigen Königssitz machten. Nach einer Phase des Niedergangs unter lokalen Adelsfamilien wurde Matera 1806 Hauptstadt der Basilikata und später der gleichnamigen Provinz.
Matera besticht durch seine faszinierenden Sassi, die wie ein Spiegel des Himmels wirken und von Dichtern wie Carlo Levi mit Dantes Hölle verglichen wurden. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen Felsenkirchen wie San Pietro Barisano und Santa Maria dell’Idris sowie das unvollendete Castello Tramontano. Das Hypogäum unter der Piazza Vittorio Veneto offenbart ein unterirdisches Netzwerk aus Brunnen, Lagerhäusern und Wohnräumen. Die Stadt wurde 2019 zur Kulturhauptstadt Europas gewählt und setzt heute zunehmend auf Tourismus, nachdem ihre Bewohner in den 1950er Jahren aus den Höhlen umgesiedelt wurden.