Nauheim liegt in der flachen Untermainebene südwestlich von Frankfurt, eingebettet zwischen der Kreisstadt Groß-Gerau und Rüsselsheim am Main. Der Ort wird vom Schwarzbach durchflossen, der sich im Ortsbereich nach Süden wendet und dessen Ostufer den alten Dorfkern trägt. Rund ein Drittel der Gemarkung ist bewaldet, während sich im Nordosten der Treburer Unterwald anschließt. Ein künstlich angelegter See, der Hegbachsee, bildet mit seinem Umland ein beliebtes Naherholungsgebiet. Im Norden grenzt Nauheim an den Rüsselsheimer Ortsteil Königstädten, im Osten an Mörfelden-Walldorf und im Westen an Trebur.
Erstmals erwähnt wurde Nauheim im Jahr 851 als Niewenheim, was auf eine fränkische Gründung hindeutet. Im Mittelalter wechselten die Herren mehrfach, darunter das Kloster Eberbach und die Grafen von Isenburg-Büdingen. 1600 kam der Ort an Hessen-Darmstadt und blieb bis heute Teil des Landkreises Groß-Gerau. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Bevölkerung stark dezimiert, später prägten Naturkatastrophen und Truppeneinquartierungen das Leben. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich vertriebene Musikinstrumentenbauer an und begründeten die lokale Holzblasinstrumentenindustrie.
Heute ist Nauheim vor allem für seine seit 1970 stattfindenden Musiktage bekannt, die überregional Beachtung finden. Das historische Rathaus und die evangelische Kirche aus dem 18. Jahrhundert prägen das Ortsbild. Ein Heimatmuseum bewahrt die lokale Geschichte, darunter die Entwicklung der Musikinstrumentenbauer. Die Nähe zu Frankfurt und die landschaftliche Umgebung mit Wäldern und Seen machen den Ort zu einem attraktiven Wohn- und Erholungsort.