Nazza liegt im Norden Thüringens, eingebettet im Tal des Lempertsbaches am Westrand des Hainich. Der Ort gehört zum Wartburgkreis und grenzt im Westen an Treffurt, im Süden an Amt Creuzburg und im Norden und Osten an den Unstrut-Hainich-Kreis. Ein Teil der Gemarkung gehört zum Nationalpark Hainich, und zur Gemeinde zählt die Kleinsiedlung Wernershausen mit zwei historischen Gehöften.
Erstmals erwähnt wurde Nazza im frühen 11. Jahrhundert in einer Urkunde Kaiser Heinrichs II., der den Ort dem Kloster Fulda schenkte. Der Name „Nazaha“ deutet auf eine alte Ansiedlung hin, und ein Adelsgeschlecht, das sich nach dem Ort nannte, könnte die Alteburg am alten Fahrweg nach Hallungen erbaut haben. Strategisch wichtig wurde Nazza durch eine Passstraße über den Hainich, was im Mittelalter zur Anlage von Burgen und Landwehren führte. Die Burg Haineck entstand um 1385 als Grenzbefestigung, und bis ins 19. Jahrhundert war Nazza Sitz eines Gerichts der Herren von Hopffgarten. Wirtschaftlich prägte lange das Weberhandwerk den Ort, bis es im frühen 20. Jahrhundert von der industriellen Textilfertigung verdrängt wurde. Später folgte die Zigarrenfabrikation, die bis in die DDR-Zeit bestand.
Besonders sehenswert ist die Burgruine Haineck oberhalb des Ortes, von der aus Wanderwege durch schattige Buchenwälder führen. Im Ortskern stehen das Schloss der Herren von Hopfgarten, die Christuskirche und zahlreiche Fachwerkhäuser. Ein Heimatmuseum zeigt das bäuerliche und handwerkliche Leben um die Jahrhundertwende. Jährlich wird am letzten Oktoberwochenende die traditionelle Kirmes gefeiert. Die Gemeinde erinnert mit einem Gedenkstein an die als Hexe verurteilte Barbara Hager, die 1681 verbrannt wurde. Die Malerin und Schriftstellerin Thea de Haas, nach der ein Kindergarten benannt ist, lebte hier.