Orford liegt versteckt an der englischen Ostküste in Suffolk, umgeben von sanften Heidelandschaften und dem Schutzgebiet Suffolk Coast and Heaths. Der Ort schmiegt sich an das Ufer des River Ore, dessen Mündung heute einige Kilometer entfernt liegt, während das Dorf selbst auf der Landseite des Ästuars ruht. Etwas mehr als siebenhundert Menschen wohnen hier, nur wenige Meilen östlich von Woodbridge entfernt.
Sein Name verrät schon die frühe Bedeutung: „Ford by the shore“ – eine Furt nahe der Küste – nannten die alten Sachsen den Ort. Im Mittelalter blühte Orford als wichtiger Hafen und Fischerdorf auf, bis die Könige Englands hier eine mächtige Burg errichten ließen, um ihre Herrschaft zu festigen. Die Burg überragte fortan den Fluss und prägte das Bild des Ortes. Mit königlichen Privilegien ausgestattet, entwickelte sich Orford sogar zum Handelszentrum, das Ipswich zeitweise überflügelte. Ein Rathaus entstand später, als die Blütezeit längst vorbei war.
Heute zieht der Ort Besucher mit malerischen Flussfahrten, traditionellen Backstuben und gemütlichen Pubs an. Die mittelalterliche Burg thront noch immer über dem Ort und gilt als märchenhaftes Wahrzeichen. Im Sommer verdoppelt sich fast die Einwohnerzahl, wenn Urlauber und Segler die ruhige Atmosphäre genießen. Einst lebte hier auch der Topograf John Kirby, der als Lehrer wirkte und die Landschaft beschrieb.