Pravia liegt im Norden Spaniens in der autonomen Region Asturien, umgeben von Candamo, Soto del Barco, Salas und Cudillero. Drei Flüsse – Nalón, Narcea und Aranguín – durchziehen das Gebiet, das für seine sauberen Gewässer bekannt ist, in denen Lachse laichen. Die Landschaft besteht aus sanften Hügeln bis 678 Metern Höhe, die aus Sandstein, Quarzit und anderen Gesteinen des Paläozoikums geformt sind, und ist von Prärie, Pinien- und Eukalyptuswäldern geprägt. Das Klima ist maritim mit milden Wintern und warmen Sommern, während Frühling und Herbst oft regenreich sind.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Steinzeit zurück, doch die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 774, als König Silo seinen Regierungssitz in Santianes nahe Pravia einrichtete. Später wurde die Stadt unter Alfons II. sogar zur Hauptstadt des Königreichs Asturien. Wirtschaftlich lebte die Region lange von Landwirtschaft, insbesondere dem Anbau von Emmer, Roggen, Weizen und Hanf, wobei die Faba-Bohne eine besondere Rolle spielt. Heute sind auch Baugewerbe, Handel und Tourismus wichtige Erwerbszweige.
Pravia besticht durch historische Bauwerke wie die vorromanische Kirche von Santianes und das dazugehörige Museum. Regelmäßige Feste wie das Musikfestival im Juni oder die Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Isidro im Mai spiegeln die lebendige Tradition wider. Persönlichkeiten wie König Silo oder der Pantomime Carlos Martínez stammen aus dieser Gegend. Die Umgebung mit ihren Wäldern und Flüssen bietet zudem ideale Bedingungen für Wanderungen und Naturerlebnisse.