Prostějov liegt in der fruchtbaren Hanna-Ebene bei Mähren, etwa 18 Kilometer südwestlich von Olmütz. Die Stadt wird von den Flüssen Romže und Hloučela geprägt, die nahe ihrem Zusammenfluss liegen. Mit seinen Ortsteilen wie Vrahovice oder Krasice erstreckt es sich über eine weitläufige, landwirtschaftlich geprägte Landschaft.
Die erste schriftliche Erwähnung Prostějovs findet sich im 12. Jahrhundert in einem Besitzverzeichnis des Bistums Olmütz. Im Mittelalter entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Handelsort mit Marktprivilegien und einer Altstadt sowie Neustadt. Über Jahrhunderte wechselten die Herrscher, darunter die Herren von Krawarn und später die Liechtensteiner, die den Ort prägten. Die jüdische Gemeinde wuchs zu einer der bedeutendsten in Mähren heran und verlieh der Stadt den Beinamen „Hannakisches Jerusalem“.
Heute beeindruckt Prostějov mit einer Mischung aus historischen Bauwerken wie dem Schloss, der gotischen Pfarrkirche oder dem barocken Kloster der Barmherzigen Brüder. Das Jugendstil-Volkshaus und das Alte Rathaus zeugen von der kulturellen Blütezeit. Die Stadt ist zudem für ihre industrielle Vergangenheit bekannt, insbesondere die Tuch- und Konfektionsindustrie, die im 19. Jahrhundert aufblühte.