Prudnik liegt eingebettet zwischen der Prudniker Senke und dem Oppagebirge auf etwa 266 Metern Höhe, rund 60 Kilometer südlich von Opole. Die Stadt wird auf drei Seiten vom Fluss Prudnik umflossen, in den hier der Goldbach mündet, während nur fünf Kilometer südlich die Grenze zu Tschechien verläuft. Zu den Stadtteilen zählen unter anderem Górka, Lipno und Osiedle Karola Miarki, während in der Umgebung Orte wie Lubrza im Nordosten oder Chocim im Südwesten liegen.
Die erste Siedlung entstand im Schutz der Burg Wogendrüssel, die im 13. Jahrhundert von Wok von Rosenberg am Fuße der Bischofskoppe errichtet wurde. Um 1279 gründete sein Sohn Heinrich I. von Rosenberg die planmäßig angelegte Stadt Neustadt, die 1302 erstmals urkundlich erwähnt wurde und später den Namen Prudnik erhielt. Durch ihre Lage an der Handelsstraße von Neisse nach Jägerndorf entwickelte sie sich zu einem wichtigen Handelszentrum. Nach wechselnder Herrschaft unter böhmischen, schlesischen und preußischen Landesherren prägten Kriege, Reformation und Gegenreformation die Geschichte der Stadt.
Prudnik besticht durch historische Bauwerke wie den erhaltenen Burgturm der einstigen Burg Wogendrüssel oder das Kapuzinerkloster aus dem 17. Jahrhundert. Das Franziskanerkloster und die Barmherzigen Brüder hinterließen ebenfalls Spuren in der Stadt. Wirtschaftlich stand lange die Textilproduktion im Mittelpunkt, etwa durch die Fränkelsche Fabrik mit ihren sozialen Einrichtungen. Die Umgebung mit ihren sanften Hügeln und dem Fluss lädt zu Spaziergängen ein, während die Stadt selbst durch ihr gemäßigtes Klima und die Mischung aus schlesischer und mährischer Kultur geprägt ist.