Retzbach liegt im Weinviertel, einer Region in Niederösterreich, und umfasst eine Fläche von etwa achtzehn Quadratkilometern, von denen ein kleiner Teil bewaldet ist. Die Gemeinde setzt sich aus den drei Ortsteilen Mitterretzbach, Oberretzbach und Unterretzbach zusammen, wobei letzterer auch den Weiler Kleinhaugsdorf einschließt. Die Landschaft ist geprägt von sanften Hügeln und weiten Feldern, die typisch für diese Gegend sind.
Die Geschichte Retzbachs ist von mehreren prägenden Ereignissen durchzogen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden in Mitterretzbach jüdische Zwangsarbeiter aus Ungarn untergebracht, und in Oberretzbach fielen im Frühjahr 1945 mehrere Wehrmachtsdeserteure einem Erschießungskommando zum Opfer. Die heutige Gemeinde entstand 1966 durch die Zusammenlegung von Mitter- und Oberretzbach, bevor 1970 auch Unterretzbach eingemeindet wurde.
Besonders sehenswert sind die beiden katholischen Pfarrkirchen in Unter- und Mitterretzbach, die den Heiligen Jakobus und die Heilige Margaretha geweiht sind. Ein markantes Denkmal ist die Südmähren Warte, eine Aussichtswarte mit Gedenktafel für die Heimatvertriebenen aus Südmähren, die einen weiten Blick über die ehemalige Heimatregion bietet. Jährlich zieht das Kürbisfest im Retzer Land viele Besucher an, und die Gemeinde ist stolz auf Persönlichkeiten wie den Komponisten Ferdinand Piringer oder den Historiker Erich Landsteiner.