Ribadavia liegt im Nordwesten Spaniens, in der Provinz Ourense, mitten in Galicien. Der Ort breitet sich am rechten Ufer des Miño aus, dort wo der Fluss Avia einmündet. Das Gebiet gehört zum Ribeiro, einer Landschaft aus tiefen Tälern und steilen Hängen, die von Bergen wie Franqueirán oder Couto de Feixa umgeben ist. Der fruchtbarste Teil des Gemeindebezirks liegt im weiten Tal zwischen den Bergen von Foz und Castrelo do Miño.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in vorrömische Zeiten zurück, etwa mit befestigten Ansiedlungen wie Castro do Castelo. Im Mittelalter wurde der Ort als Rippa Avie bekannt und erhielt unter König Fernando II. das Stadtrecht. Ribadavia war zeitweise Hauptstadt des Königreichs Galicien und ein Zentrum jüdischer Kultur, wo sich im Viertel Porta Nova eine blühende Gemeinde ansiedelte. Burgen und Klöster zeugen von der strategischen Bedeutung und dem wirtschaftlichen Aufschwung, der vor allem auf Weinbau und Handel beruhte.
Heute prägen historische Bauwerke das Bild der Stadt: das gotische Kloster San Domingos, die romanische Kirche Santiago mit ihrem verzierten Portal oder das Judenviertel Porta Nova mit seinen originalen Arkaden. Außerhalb steht die kleine romanische Kirche San Xes de Francelos, deren Fassade vorromanische Szenen zeigt. Die Weinherstellung im Ribeiro bleibt bis heute ein wichtiger Wirtschaftszweig, der den Ort mit seiner Tradition verbindet.