Saillon liegt im französischsprachigen Wallis, eingebettet zwischen den Orten Sitten und Martigny am Nordufer der Rhone. Der historische Kern thront auf einem Hügelausläufer, während sich der moderne Teil in der fruchtbaren Talebene ausbreitet. Im Norden grenzt Saillon an Leytron, im Westen an Fully, im Süden an Saxon und im Südosten an Riddes.
Frühe Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Stein- und Bronzezeit zurück, doch erst die Römer hinterließen dauerhafte Zeugnisse: nahe dem Fluss Salentse fand man eine Villa und die frühesten christlichen Relikte der Region, sichtbar in den Fundamenten der St-Laurent-Kapelle. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Saillon im Jahr mit seinem Schloss, das später den Savoyer Grafen gehörte. Nach Zerstörung im 15. Jahrhundert blieben der markante Bayard-Turm und Teile der Festungsmauer erhalten. Die heutige Gemeinde entstand 1798, nachdem Leytron sich 1819 abspaltete. Die Trockenlegung der Sümpfe und der Bau von Kanälen veränderten die Landschaft nachhaltig, ebenso wie die Eröffnung des Thermalbads und der Autobahnanschluss.
Heute ist Saillon vor allem als Weinbauort bekannt, dessen Rebberge seit Jahrhunderten hochwertige Trauben hervorbringen. Vier Rebsorten tragen das Prädikat Grand Cru, darunter die Petite Arvine und der Cornalin. Ein Kuriosum ist der winzige Rebberg Vigne à Farinet auf dem „Brennenden Hügel“, der nur drei Rebstöcke umfasst und seit 1999 dem Dalai Lama gehört. Die mittelalterliche Burg mit ihrem markanten Turm und die unterirdischen Marmorbrüche zeugen von der bewegten Geschichte. Prominente wie Gustave Courbet oder der Falschmünzer Joseph-Samuel Farinet verbanden ihren Namen mit dem Ort, während Thermalbäder und eine Hängebrücke heute Besucher anziehen.