Sarajevo liegt in einer weiten Talebene, umgeben von den bewaldeten Bergen des Dinarischen Gebirges. Der Fluss Miljacka durchzieht die Stadt, während die Bosna wenige Kilometer westlich aus einer Karstquelle entspringt. Im Südwesten erheben sich die Gipfel von Bjelašnica und Igman, im Südosten die von Jahorina und Trebević. Das Stadtzentrum liegt auf etwa 511 Metern Höhe, während die Vororte bis über 900 Meter reichen. Direkt östlich grenzt der Ort Pale an, der während des Krieges eine bedeutende Rolle spielte.
Die Stadt wurde erstmals 1238/39 als slawische Siedlung Vrhbosna erwähnt. Mit der osmanischen Eroberung 1463 begann unter Isa-Beg Ishaković der Ausbau zur Residenzstadt, die nach dem türkischen Wort für Palast „Saray“ benannt wurde. Im Osmanischen Reich wurde Sarajevo zur Hauptstadt der Provinz Bosnien. 1878 kam die Stadt unter österreichisch-ungarische Herrschaft, 1914 wurde sie durch das Attentat auf Franz Ferdinand weltberühmt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Sarajevo Hauptstadt der Teilrepublik Bosnien und Herzegowina innerhalb Jugoslawiens und Ausrichter der Olympischen Winterspiele 1984.
Sarajevo ist bekannt für seine gemischt-religiöse Tradition, in der Moscheen, orthodoxe Kirchen und Synagogen nah beieinanderstehen, weshalb es auch Klein-Jerusalem genannt wird. Die König-Fahd-Moschee war bis 2024 die größte Moschee des Balkans. Die Stadt beherbergt wichtige Institutionen wie die Zentralbank und die größte Börse des Landes. Trotz der Zerstörungen im Krieg erholte sich die Wirtschaft, etwa durch die Automobilindustrie und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.