Sassnitz liegt auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten der Insel Rügen an der Ostsee. Das Stadtgebiet erstreckt sich bis zur Schmalen Heide im Süden und ist geprägt von Wäldern, Mooren und Küstenhängen. Hier wachsen seltene Gehölze wie Wildbirnen und Eiben, während im Süden sumpfige Teiche unter Naturschutz stehen. Durch die Stadt fließt der Steinbach, und im Ortsteil Mukran befindet sich der internationale Fährhafen.
Der Name geht vermutlich auf ein slawisches Wort für Kiefer zurück, doch die Gegend ist schon seit der Steinzeit besiedelt. Lange Zeit war Sassnitz ein bescheidenes Fischerdorf, bis um 1890 Hafen und Eisenbahnanschluss den Ort veränderten. Berühmte Gäste wie Theodor Fontane und Johannes Brahms prägten das Bild als Seebad, während der Fährverkehr nach Schweden die Stadt zum wichtigen Knotenpunkt machte. Erst 1957 erhielt Sassnitz Stadtrecht und entwickelte sich trotz Rückgängen im Tourismus zum wirtschaftlichen Zentrum der Region.
Heute ist Sassnitz vor allem für seine Bäderarchitektur und die Kreideküste bekannt. Der Fährhafen im Ortsteil Mukran verbindet die Stadt mit dem Ostseeraum, während der Nationalpark Jasmund mit seinen Buchenurwäldern seit 2012 zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt. Die sanierten Häuser im Kurviertel und die Hängebrücke über den Hafen zeigen den Wandel vom Fischerort zur modernen Stadt.