Sedlčany liegt im Herzen Mittelböhmens, eingebettet in ein sanftes Becken, das vom Mastník durchflossen wird. Der kleine Sedlecký potok mündet hier in den Fluss und prägt das Bild der Stadt. Im Norden grenzt sie an Osečany, während im Osten Kosova Hora und im Süden Libíň liegen. Die Stadt ist umgeben von Wäldern und Feldern, die ihr eine ruhige, ländliche Atmosphäre verleihen.
Die Wurzeln Sedlčanys reichen bis ins Hochmittelalter zurück, als die Přemysliden das Gebiet besiedelten. Im 13. Jahrhundert entstand die Pfarrkirche St. Martin, und 1294 wurde der Ort erstmals als Marktdorf erwähnt. Die Rosenberger prägten über Jahrhunderte die Geschicke der Stadt, bis sie im 16. Jahrhundert an neue Besitzer überging. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Sedlčany schwer getroffen, erholte sich aber langsam. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert gewann die Textilherstellung an Bedeutung, und die Eisenbahnanbindung brachte weiteren Aufschwung.
Heute beeindruckt Sedlčany mit historischen Bauwerken wie der St.-Martin-Kirche, die trotz eines Umbaus im 19. Jahrhundert noch romanische Elemente bewahrt. Die barocke Mariä-Himmelfahrt-Kirche und das Schloss Červený Hrádek sind weitere Sehenswürdigkeiten. Die Stadt ist auch für ihre Rennstrecke Autodrom Sedlčany bekannt. Persönlichkeiten wie der Feldmarschall Josef Wenzel Radetzky oder der Prager Bürgermeister Karel Baxa stammen von hier.