Silenen liegt im Kanton Uri am rechten Ufer der Reuss und erstreckt sich über ein weites Gebiet, das vom Reusstal bis ins Maderanertal und zum Hochplateau von Golzeren reicht. Die Gemeinde umfasst nicht nur den Hauptort Silenen mit seinen Ortsteilen Dörfli, Russ und Rusli, sondern auch zahlreiche Weiler wie Schützen, Buechholz, Öfibach und Dägerlohn. Im Maderanertal finden sich Siedlungen wie St. Anton und Bristen, während auf Golzeren Weiler wie Egg und Seewen liegen. Mit dem Golzerensee und dem Hüfifirn-Gletscher prägt die alpine Landschaft das Bild. Nachbarorte sind unter anderem Erstfeld und Gurtnellen im Westen sowie die Bündner Gemeinde Disentis/Mustér im Osten.
Die erste Erwähnung Silenens fällt in die Zeit der Edlen Freiherren von Silenen, die im 13. Jahrhundert als Meier der Fraumünsterabtei Zürich amteten. Der Bergbau am Bristenstock und an der Windgällen brachte einst Kupfer, Blei und Eisen hervor, wovon ein Schmelzofen in Amsteg zeugt. Die Gotthardbahn-Baustelle zog im 19. Jahrhundert zahlreiche Arbeiter an und prägte die Bevölkerungsentwicklung. Bis ins 20. Jahrhundert war die Gemeinde landwirtschaftlich geprägt, doch der Bau des Gotthard-Basistunnels führte in jüngerer Zeit zu einem deutlichen Wachstum.
Besonders sehenswert ist der Meierturm, ein fünfstöckiger Wohnturm aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, der einst Sitz der Freiherren von Silenen war. Im Ortsteil Amsteg steht zudem das historische Hotel Stern und Post. Die Gemeinde ist flächenmässig die größte im Kanton Uri, doch der Großteil des Gebiets besteht aus unproduktivem Hochgebirge und Gletschern. Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart und ist überwiegend katholisch. Durch den Gotthard-Basistunnel hat sich die Einwohnerzahl in den letzten Jahren spürbar erhöht.