Sušice liegt im Böhmerwaldvorland, eingebettet in ein hügeliges Gelände, das von der Otava durchflossen wird. Die Stadt breitet sich am linken und rechten Ufer des Flusses aus, wo sich die Innenstadt und die Vorstädte verteilen. Rund um Sušice erheben sich markante Berge wie der Svatobor, der mit seiner Höhe von 845 Metern weithin sichtbar ist, oder der Schutzengelberg, der der Stadt ihren Namen gibt. Die Landschaft ist geprägt von dichten Wäldern und sanften Hügeln, die das Bild der Region prägen.
Die Stadt wurde erstmals im frühen 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt und verdankt ihre Gründung der Goldgewinnung an der Otava. Im Mittelalter entwickelte sie sich zu einer wichtigen Handelsstadt, da sie am Goldenen Steig lag, einer Route für Salz- und Getreidetransporte. Sušice war eine königliche Stadt mit Befestigungsanlagen und erlebte im 16. Jahrhundert eine protestantische Blütezeit, die durch die Gegenreformation jäh beendet wurde. Mehrfach wurde die Stadt von Bränden und Pestepidemien heimgesucht, doch im 19. Jahrhundert erlebte sie einen wirtschaftlichen Aufschwung durch die Gründung der berühmten Zündholzfabrik Solo.
Heute ist Sušice vor allem für seine historische Architektur bekannt. Auf dem Marktplatz steht ein barockes Rathaus, während die Dekanatskirche St. Wenzel mit ihren mittelalterlichen Mauern und späteren Umbauten beeindruckt. Das Böhmerwaldmuseum im ehemaligen Dekanatsgebäude zeigt die Geschichte der Zündholzproduktion und widmet sich dem Schriftsteller Karel Klostermann. Ein besonderes Highlight ist der Aussichtsturm auf dem Svatobor, der einen weiten Blick über die Region bietet. Die Stadt pflegt zudem eine Partnerschaft mit anderen europäischen Städten und bewahrt ihr kulturelles Erbe in Museen und historischen Gebäuden.