Szarvas liegt in der ungarischen Tiefebene, etwa 45 Kilometer nordwestlich der Komitatshauptstadt Békéscsaba, direkt an einem Altarm des Flusses Körös. Die Stadt ist umgeben von weiteren Gemeinden wie Mezőtúr und Gyomaendrőd und liegt in einer flachen Landschaft, die einst das geographische Zentrum des Königreichs Ungarn bildete. Ein kleiner, aber prägender Teil der Bevölkerung gehört zur slowakischen Minderheit, die eigene kulturelle Spuren hinterlassen hat.
Die heutige Stadt entstand 1722, als evangelische Slowaken hier eine neue Siedlung gründeten, nachdem die ursprüngliche Siedlung während der türkischen Besatzung untergegangen war. Der Pfarrer und Wissenschaftler Sámuel Tessedik prägte im 18. Jahrhundert das Stadtbild mit einem schachbrettartigen Straßennetz und gründete eine der ersten Landwirtschaftsschulen Europas. Später entstand ein Arboretum der Familie Bolza, das mit 85 Hektar zu den Hauptattraktionen zählt. Heute ist Szarvas ein Zentrum für Landwirtschaft und Forschung, etwa mit Instituten für Fischzucht und Bewässerung, und beherbergt auch eine agrarwissenschaftliche Hochschule.
Besonders bekannt ist die Stadt für ihr Arboretum und den Mini-Magyarország-Park mit Modellen historischer ungarischer Bauwerke. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die alte evangelische Kirche, das Schloss Mitrovszky und das Theater am Wasser, eine Open-Air-Bühne am Körös-Altarm. Jährlich findet hier ein internationales jüdisches Jugendlager statt, und die Umgebung lockt mit Wassersport und Reitmöglichkeiten. Szarvas ist zudem Teil des Körös-Maros-Nationalparks und verbindet so Natur, Kultur und Wissenschaft.