Thann liegt in den sanften Ausläufern der Vogesen, wo das Flüsschen Thur durch das Tal fließt. Eingebettet im Regionalen Naturpark Ballons des Vosges, etwa fünfzehn Kilometer nordwestlich von Mülhausen entfernt, erstreckt sich die Stadt auf einer Höhe von 350 Metern über dem Meeresspiegel.
Erstmals urkundlich erwähnt wird Thann im späten 13. Jahrhundert, doch als Wallfahrtsort reicht seine Geschichte noch weiter zurück. Im Mittelalter wechselte die Stadt mehrfach die Herrschaft: Durch Heirat gelangte sie an die Habsburger, erhielt Stadtrechte und wurde später Teil von Vorderösterreich. Besonders düster war die Zeit der Hexenverfolgungen, in der zwischen 1572 und 1620 fast 140 Menschen ihr Leben verloren. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam Thann unter französische Herrschaft, doch die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts prägte die Stadt nachhaltig – vor allem durch Textil- und Chemieindustrie.
Heute beeindruckt Thann mit seinem gotischen Münster St. Theobald, einem Meisterwerk oberrheinischer Gotik, dessen Turm sich 76 Meter in den Himmel erhebt. Über der Stadt thront die Ruine der Engelburg, deren schiefer Bergfried als „Hexenauge“ bekannt ist. Die Stadtmauer mit ihren Toren und Türmen, darunter der „Hexenturm“, erinnert an vergangene Zeiten. In der Umgebung lockt der Rangen, eine der renommiertesten Weinlagen des Elsass, während moderne Verbindungen wie die Tram-Train-Linie nach Mülhausen für Anbindung sorgen.