Tineo liegt in der autonomen Gemeinschaft Asturien im Norden Spaniens und ist Namensgeber einer gleichnamigen Gemeinde. Die Landschaft ist geprägt von metamorphen Gesteinen wie Quarzit und Schiefer, deren höchste Erhebung der Patana mit über 1.500 Metern bildet. Zahlreiche Flüsse durchziehen das Gebiet, darunter der Rio Narcea, der die östliche Grenze der Region bildet. Im Herbst ziehen starke Stürme über das Land, während die Nähe zum Golfstrom milde, aber kalte Winter bringt.
Die Besiedlung reicht bis in die Steinzeit zurück, wie Hügelgräber in der Sierra de Cabra belegen. Die Römer hinterließen Kastelle, Brücken und Aquädukte, von denen einige noch heute genutzt werden. Bei Navelgas und Cerrado entdeckten sie Gold, das sie abbauten und prägten. Im 8. Jahrhundert entstand das Kloster Santa María la Real in Obona, und 1222 wurde Tineo als Pilgerstation auf dem Weg nach Santiago de Compostela gegründet. Im 19. Jahrhundert war die Region Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen.
Heute prägen Landwirtschaft, Bergbau und erneuerbare Energien die Wirtschaft. Windparks auf dem Berg Gallu machen Tineo zu einem wichtigen Stromerzeuger. Die Gemeinde lockt mit Pilgerherbergen, Goldmuseum und sakraler Kunst. Persönlichkeiten wie der Politiker Pedro Rodríguez de Campomanes oder der Revolutionär Rafael del Riego stammen von hier. Naturdenkmäler wie die riesige Eiche Carbayón de Valentín und die Rotbuche Fayona de Eiros unterstreichen die Artenvielfalt der Region.