Tišnov liegt in der Südmährischen Region, etwa zwanzig Kilometer nordwestlich von Brno. Der Ort breitet sich im Tal der Svratka aus, einem Fluss, der sich durch die hügelige Landschaft der Boskovická brázda schlängelt. Teile des Gemeindegebiets reichen bis in die höheren Lagen der Hornosvratecká vrchovina und der Křižanovská vrchovina, wo der höchste Punkt fast fünfhundert Meter über dem Meer erreicht. Neben dem Hauptort gehören auch einige abgegrenzte Gebiete wie Pejškov oder Jamné zum Stadtgebiet.
Erstmals erwähnt wird Tišnov im frühen 13. Jahrhundert in einer Urkunde des nahegelegenen Zisterzienserklosters Porta coeli. Damals war es ein Marktflecken an einer wichtigen Handelsroute und gehörte lange den Mönchen, bis ihre Besitzungen aufgelöst wurden. Im 15. Jahrhundert erhielt der Ort das Recht, einmal im Jahr einen Markt abzuhalten, doch Kriege und Brände hinterließen ihre Spuren. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde Tišnov offiziell zur Stadt erhoben und entwickelte sich langsam weiter, bis wirtschaftliche Rückschläge und Kriege den Fortschritt bremsten.
Heute prägen vor allem das Rathaus und die Kirche des Heiligen Wenzel das Bild der Stadt. Das heutige Rathaus entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts und zeigt in seinen Fassadenmalereien Szenen aus der Ortsgeschichte. Die Kirche geht auf eine ältere Holzkirche zurück, die im 15. Jahrhundert durch einen steinernen Bau ersetzt wurde. Bekannt ist Tišnov auch für Persönlichkeiten wie die Philosophin Božena Komárková oder den Militärstrategen Karel Řehka. Die Stadt pflegt Partnerschaften mit mehreren Orten in der Slowakei und Polen.