Turin liegt in der Po-Ebene im Nordwesten Italiens, umgeben von den Alpen im Westen und Norden sowie den Hügeln des Monferrato im Süden. Drei Flüsse – Dora Riparia, Stura di Lanzo und Sangone – münden hier in den Po, der die Stadt durchfließt. Ein Großteil der Stadt erstreckt sich westlich des Flusses, während einige Viertel auf den östlichen Hügeln bis zu 750 Meter hoch liegen. Von Frankreich und der Schweiz ist Turin jeweils etwa hundert Kilometer entfernt, Mailand etwa 140 Kilometer nordöstlich.
Die Wurzeln der Stadt reichen in vorrömische Zeit zurück, als keltisch-ligurische Stämme die Gegend besiedelten. Die Römer errichteten hier im ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung ein Militärlager, das später zur Stadt Augusta Taurinorum wurde. Nach dem Untergang Roms wechselten die Herrscher häufig, bis die Herzöge von Savoyen im 13. Jahrhundert die Macht übernahmen. Im 16. Jahrhundert wurde Turin zur Hauptstadt des Herzogtums Savoyen erhoben und entwickelte sich unter den Herzögen zu einer prächtigen Residenzstadt. Die Belagerungen während des Dreißigjährigen Kriegs und die spätere Industrialisierung prägten die Stadtgeschichte.
Turin besticht durch sein barockes und neoklassizistisches Erbe, darunter die Residenzen des Königshauses von Savoyen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Die Mole Antonelliana, Wahrzeichen der Stadt, beherbergt das nationale Filmmuseum, während das Museo Egizio zu den bedeutendsten ägyptischen Sammlungen der Welt gehört. Die Automobilindustrie, vertreten durch Unternehmen wie Fiat und Lancia, prägte die moderne Entwicklung. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erlebte die Stadt ein wirtschaftliches Aufblühen, das heute noch in ihrer urbanen und kulturellen Vielfalt nachwirkt.